Wie alles begann … Die Geschichte von Waterlove

In schweren Zeiten neue Kraft schöpfen

Am Anfang stand für mich, Natalie Karij, Gründerin von Waterlove, das Wohl der Tiere und die Idee einer besseren Welt. Und am Ende hat alles eine viel größere Auswirkung, als ich es mir je erträumt hätte. Hier findet ihr meine persönliche Geschichte und was hinter dem gemeinnützigen Unternehmen Waterlove steckt.

Warum Wasser?

Im Jahr 2020, in dem wegen Corona alles still zu stehen scheint, frage ich mich oft: „Warum liegt unser Fokus auf dem Thema Wasser?“ Warum sind es nicht die Kinder oder etwas ganz anderes. Dann musste ich an meine eigenen Worte denken, die ich damals im Jahr 2017 zu einem guten Freund gesagt habe, als er mich genau das gleiche fragte.

„Natalie warum widmest du dein ganzes Herz dem Wasser und nicht den Kindern auf dieser Erde, die Hilfe brauchen?“ Und ich antwortete: „Wenn wir unser Wasser nicht sauber halten, wird es bald keine Kinder mehr geben!“ So radikal es im ersten Moment klingt, es stimmt wirklich. Jeder Dritte in Amerika kann keine Kinder bekommen. In Deutschland haben sehr viele Bauern haben Krebs. Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Wir müssen an unsere Substanz der Existenz zum Anfang des Lebens zurück. Das ist das, was jeder Mensch zum Leben und Überleben braucht und jeden Tag zu sich nimmt: Wasser. Doch das Wasser auf unserem Planeten ist leider schon lange nicht mehr sauber.

Ein Spaziergang mit Folgen

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als ich den ganzen Müll in Andernach am Rhein gesehen habe und absolut schockiert war.
Im März 2017 war ich am Rhein in Andernach spazieren. Am Rheinufer zu spazieren, ist für mich jedes Mal wie ein kleiner Urlaub. Ich kann mich entspannen, runterfahren und neue Energie für den Tag tanken.

In diesem Jahr war die Bäckerjungenstadt wieder einmal vom Hochwasser betroffen. Es fiel mir extrem schwer abzuschalten. Ich habe nur noch Müll gesehen – überall. Es kam mir vor, als würde ich über ein Kriegsfeld laufen. Der Krieg „Mensch gegen die Natur“. Ich habe es nicht verstanden. Andernach selbst war meines Erachtens immer eine saubere Stadt.

Wo kam dieser Müll her? Dann wollte ich etwas wegschmeißen und es waren keine Mülleimer da. Erst später habe ich erfahren, dass in einem Naturschutzgebiet keine Mülleimer stehen dürfen.

Warum räumt hier keiner auf? Tausende Fragen gingen durch meinen Kopf. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass sich niemand für die Sauberkeit des Rheinufers verpflichtet fühlt. Die Städte sagen, dass die WSA (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt) hierfür zuständig ist. Diese sagen wiederum, dass sie nur verantwortlich sind, wenn der Müll im Wasser ist.

Wenn der Mensch achtlos lebt, leiden die Tiere

Was passiert mit dem Müll, der am Rheinufer liegen bleibt? Die Recherche zu dem Thema brachte mir die Tränen in die Augen. Es kamen schockierende Bilder zum Vorschein.

80 % des Mülls, der in unseren Weltmeeren schwimmt, kommt aus unseren Flüssen, auch aus Andernach am Rhein. Wir alle sind somit ein Teil davon. Meerestiere sterben wegen unseres Mülls. Die Fische essen diesen und landen am Ende auf unseren Tellern.

Würdest Du diesen Fisch essen?

Gemeinsam Aufräumen für eine bessere Welt

Aus diesem Schockmoment entstand die Idee einer Aufräum-Aktion in Andernach. Jedem habe ich erzählt, dass es Zeit wird, aufzuräumen. Meine Freundin Tatjana Klatt, Teil des Teams von Waterlove, war sofort dabei. Guido Krämer arbeitete damals im Jugendzentrum und im April 2017 habe ich bei einer Aktion mitgeholfen. Er sagte zu mir: „Natalie, lass uns die Aufräum-Aktion zusammen machen.“ Er wollte mit den Jugendlichen aus gesammeltem Müll Kunstwerke machen.

Am 5. August 2017 war die erste erfolgreiche Aktion. Fast 50 Helfer haben in drei Stunden auf einer Strecke von fünf Kilometern fast zwei Container Müll gesammelt. Wenige Tage danach war ich wieder am Rheinufer, um zu schauen, wie sauber ist. Leider musste ich feststellen, dass wieder sehr viel Dreck am Ufer lag. Danach stand für mich fest: Wir müssen öfter aufräumen. Auch wenn der ursprüngliche Plan monatlicher Aktionen nicht funktionierte, schafften wir es doch, einmal im Quartal aufzuräumen. Ob Regen oder Schnee, es kamen immer wieder freiwillige Helfer, denen die Sauberkeit der Flüsse und der Natur am Herzen liegt. Für jeden einzelnen dieser Helfer sind wir sehr dankbar.

Kurz die Welt retten

Nach unserer Aufräum-Aktion habe ich Videos veröffentlicht unter dem Motto: Kurz die Welt retten. Die Videos sollten den Anstoß dazu geben, dass Menschen in ihrer Umgebung anfangen, aufzuräumen. Zahlreiche Unterstützer und Spenden bestärkten mich in meinem Vorhaben. In Bad Hönningen lernte ich den Bürgermeister Guido Job kennen und auch er fand meine Aktionen sehr gut. Er gab mir Kontakte, die mich unterstützen könnten.

Im November 2017 räumten wir das erste Mal in Bad Hönningen auf. Im März 2018 meldete sich auch Römerwallschule mit 18 Schüler an. Die Schüler bekamen einen „Hausaufgaben frei“-Gutschein, wenn sie mitgeholfen haben. Wir erstellten zusammen einen Hausaufgaben-Gutschein, in der Hoffnung, dass andere Schulen mitmachen. Im Juni 2017 räumten wir mit drei Klassen und sechs Lehrer am Rheinufer auf. Die Schulleitung, Frau Palm, hatte die Idee, dass ich eine kleine Arbeitsgruppe (AG) zum Thema Naturschutz anbieten könnte. Ich war sofort begeistert und habe sehr viel Spaß mit meiner kleinen AG gehabt. In der Zukunft möchte ich dieses Konzept auch an andere Schulen bringen.

Neuer Name mit gleichem Konzept: Startschuss für Waterlove

Mit der Zeit entstanden viele Verbindungen und ich hatte endlich ein fertiges Konzept, sodass wir einmal im Monat aufräumen können, mit der Stadt, mit den Schulen und mit Unternehmen. Kein Mensch verstand mich oder meine Idee dahinter.

Also gründete ich das gemeinnützige Unternehmen Waterlove, dass ich im November 2018 in Andernach vorstellte. Es kamen circa 50 Interessierte und es war fantastisch. Mit neuem Logo und einem starken Namen planten wir das darauffolgende Jahr.    

Mit Aufräum-Aktionen und Projekten, die für eine nachhaltige Zukunft und sauberes Wasser sorgen, brachten wir von Waterlove im Jahr 2019 mehr als 1000 Menschen dazu, mit anzupacken und zu helfen. Mit vereinten Kräften wurde bereits viel erreicht. Doch es kann noch sehr viel mehr geschafft werden und meist bedeutet das nur eine kleine Aktion jedes Einzelnen.

In der Summe werden diese zu einer echten großen Welle, die etwas in Bewegung bringt, was alle Menschen betrifft und für jeden eine lebenswertere Zukunft bedeutet. Jedes einzelne Projekt, das weiter wächst genauso wie das Team selbst, das sind die Wunder, die das Ganze voranbringen – wenn jeder seinen Beitrag leistet.

Genau aus diesem Grund machen wir genauso weiter und werden Projekte präsentieren, auf die jeder gespannt sein darf. Wer auch Teil dieser großen Veränderung werden will, kann jederzeit unser Team unterstützen – sei es mit Zeit oder Geld. Jede noch so kleine Geste hilft!

Ich bin Natalie Karij in Bischkek Kirgistan am 30.05.84 geboren und habe aus schweren Zeiten gelernt, es ist nie zu spät, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Egal wo und wann wir beginnen: Es ist unser gemeinsamer Planet Erde für den WIR eine Verantwortung tragen. Machst du mit?

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